Aktuelle Nachrichten

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“

 

Das konnte als Motto gelten für den inzwischen traditionellen Wandertag am Fest Christi Himmelfahrt, 25.5.2017.

 Bei bestem Wanderwetter trafen sich etwa 15 wanderfreudige Sängerinnen und Sänger frohgemut um 9.00 Uhr im Wendehammer hinter der Kirche. In Fahrgemeinschaften fuhren wir zur Urdenbacher Kämpe, dem Wanderziel, das Max in diesem Jahr für uns ausgesucht hatte. „Diesen Weg kann man kegeln“, hatte er im Vorfeld gesagt, und so den „Fußlahmen“ Mut gemacht, mitzugehen. Und er hatte recht. Die 13 km waren leicht zu bewältigen.

Der Weg führte uns durch die alte niederrheinische Kulturlandschaft mit ihren Kopfweiden, Obstbäumen und Feuchtwiesen. Da wir ja nur eine kurze Anfahrt hatten, waren wir relativ früh unterwegs, so dass uns zunächst nur wenige Menschen begegneten. So konnten wir die Schönheit der Landschaft in Ruhe genießen und die Tierwelt beobachten. Immer wieder blieben wir stehen um zu staunen, zu schauen und zu lauschen. An einer Stelle erlebten wir es tatsächlich: „Heut' ist Konzert bei den Fröschen am See“ … aber der Reiher saß auch startbereit auf einem abgestorbenen Baum. Obwohl wir mucksmäuschenstill waren bekamen wir den Eisvogel, den Max schon einmal beobachtet hatte, aber nicht zu Gesicht. Unterwegs konnten wir uns an vielen Schautafeln über die Geschichte dieser Landschaft und über die Pflanzen- und Tierwelt informieren. So konnten wir uns gut vorstellen, dass wir quasi im Flussbett des Altrheins unterwegs waren und „Haus Bürgel“, auf den Resten eines römischen Kastells erbaut, damals linksrheinisch lag.

Dann erreichten wir das derzeitige Flussbett von Vater Rhein. Inzwischen waren auch die „Vatertagsgruppen“ und viele, viele Radler unterwegs. Lange Schlangen bildeten sie diesseits und jenseits des Flusses am Fähranleger nach Zons, um sich übersetzen zu lassen. Wir waren froh, dass wir bald wieder auf ruhigeren Pfaden entlang eines großen Mohnblumenfelds und zwischen den Streuobstwiesen mit ihren uralten Bäumen der zum Teil alten Obstsorten wandern konnten. Schließlich landeten wir gegen 13.00 Uhr wieder an unserem Ausgangspunkt.

Damit war der Wandertag aber noch nicht zu Ende. Roswitha hatte uns eingeladen, statt irgendwo einzukehren bei ihr im Garten zu grillen. Sie hatte alles ganz liebevoll für uns vorbereitet. So saßen wir noch einige Stunden erzählend, lachend und uns über diesen schönen Tag freuend beieinander. Das war wirklich ein schöner Abschluss dieses gelungenen Tages.

Langenfeld,den 28.05.2017      Marlies Adams

 

Jubilarehrung 2017

Am Ostermontag wurden im Rahmen des traditionellen Osterbrunchs 4 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores St. Josef für ihre langjährige Zugehörigkeit geehrt. Insgesamt kamen dieses Jahr 175 Jahre Chormitgliedschaft zusammen:

 

Petra Rieger singt seit 25 Jahren im Chor, Renate Kindermann 50 Jahre, Max Kürsten 40 Jahre und Peter Kosiedowski 60 Jahre. Die Vorsitzende Hanni Jakobs, Pfarrer Stefan Weißkopf sowie Bürgermeister Frank Schneider nahmen die Ehrungen vor. Zuvor brachte der Chor im Gottesdienst die  Missa brevis von Jan Szopinski zu Gehör, begleitet von Jürgen Löscher am Saxophon, Gregor Badura am Keyboard und Simon Lein an der Cajon.

 

 

Chorsänger „düsseln“ 

Am 5.Mai 2016, dem Festtag Christi Himmelfahrt, drehten sich 15 wanderfreudige Chormitglieder am Morgen in ihren Betten nicht noch einmal um, um noch ein wenig zu dusseln. Nein, sie hatten abends zuvor ihre Wecker gestellt, um nur ja pünktlich um 9.00 Uhr hinter der Kirche zu sein. Von hier startete die von Max vorbereitete traditionelle Wanderung, diesmal entlang der „Düsseln“. Die Wandervögel fühlten sich reich beschenkt, denn nach einem nicht enden wollenden Winter, der sich bis Ende April hinzog, schien ausgerechnet an diesem Feiertag erstmals die Sonne von einem blitzblauen Himmel, die für angenehme Temperaturen sorgte. So waren die Stimmung und Vorfreude auf diese Wanderung automatisch gut.

In Fahrgemeinschaften fuhren wir zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Bahnhof Haan-Gruiten. Zunächst führte uns der Weg durch ein Neubaugebiet. Aber hier gab es eine Sensation zu bestaunen. An einem Einfamilienhaus führte eine Tunnelrutschbahn vom Kinderzimmer im 1. Stock direkt in den Garten. Wie gerne hätten wir die einmal ausprobiert!

Wir erreichten das Tal der kleinen Düssel und folgten deren Flusslauf. Unterwegs bestaunten wir die herrlich blühende Mailandschaft. Bald schon durchwanderten wir den Ort Gruiten und konnten uns nicht sattsehen an den Jahrhunderte alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. Den Besuch in der ev. Kirche verschoben wir auf den Rückweg. Hier wurde gerade ein Gottesdienst gefeiert. Der Stelle, an der die kleine Düssel in die große Düssel fließt, widmeten wir aber unsere ganze Aufmerksamkeit.

Wir erreichten das ehemalige Kalkabbruchgebiet, und hier an Grube 7, die oberhalb eines „verschwundenen“ Sees liegt, legten wir „endlich“ eine Pause ein. Das 2. Frühstück wurde ausgepackt, und wie früher in der Schule wurden die Brote der anderen begutachtet. Es wurde probiert, getauscht, geteilt und viel gelacht. Als zusätzliche Energiespender spendierten Anja und Max „flüssiges Obst“ in geringer Dosierung.

Nun führte uns der Weg zum Düsselsprung und weiter durch das malerische Tal der Düssel. Wir kamen an einer Schutzhütte vorbei, auf deren Rückwand ein Schmierfink mit großen, weißen Buchstaben geschrieben hatte: „Max ist doof“. Sämtliche wandernden Chorsänger protestierten energisch. Unser Max war auf keinen Fall doof. Damit ihm das auch ganz deutlich wurde, gab's unterwegs noch einen Fototermin: „Max gebenedeit unter den Frauen – und den wenigen Männern“. Schließlich muss der Schaukasten neben der Kirche ja auch wieder umdekoriert werden.

Nun waren wir fast auch schon wieder in Gruiten Dorp und hatten jetzt die Gelegenheit, die ev. Kirche zu besichtigen.

Nach 11,5 erwanderten Kilometern erreichten wir das Gasthaus „Im kühlen Grund“. Hier waren große Zelte aufgebaut, unter denen die zahlreichen Wanderer und Ausflügler Platz fanden. Vor dem Haus wurde gegrillt, und einen Getränkestand gab's auch. So stand dem zünftigen Mittagsimbiss nichts mehr im Wege. Er wurde sogar zu einem kleinen Open-Air-Konzert, denn ein Bergischer Männergesangverein, der ebenfalls auf Tour und dort eingekehrt war,  sang einige Weisen. Auf der Terrasse trafen wir Bekannte aus der Pfarre, die hier einen Geburtstag feierten. Zum Nachtisch gab's noch einmal „konzentriertes Obst“.

Es war nur noch eine kurze Strecke bis zum Bahnhof Gruiten. Hier endete ein wunderschöner Wandertag. Den Nachmittagskaffee konnten die Wanderfreunde wieder auf den heimischen Terrassen, Balkonen und Gärten genießen, denn gegen 15.00 Uhr hatte Langenfeld sie wieder.

Marlies Adams

 

Jubilarehrung an Ostermontag

Schon traditionell ehrt der Kirchenchor an St. Josef am Ostermontag im Rahmen eines Osterbrunchs seine Jubilare. Der Tag begann mit einem feierlichen Hochamt, in dem die Osterkantate von Arnold Melchior Brunckhorst (1670 – 1725) mit Chor, kleinem Streichensemble, Trompete, Orgel und Solisten zur Aufführung kam. Im Anschluss an die Messe ehrten die Vorsitzende Hanni Jakobs sowie Chorleiter Matthias Krella drei Sängerinnen für ihre langjährige Treue zur Kirchenmusik. Christel Lausmann singt seit 25 Jahren, Elisabeth Krause seit 40 Jahren und Marlies Adams seit 50 Jahren im Kirchenchor. Die Ehrung für die Stadt Langenfeld übernahm der stellvertretende Bürgermeister Dieter Braschoß; im Namen des Pastoralteams gratulierte Gerhard Krebs und überreichte den Jubilarinnen die Ehrenurkunden der Erzdiözese Köln.

 

Vorstandswahlen des Kirchenchores an St. Josef

 

Am 22.01.2016 hielt der Kirchenchor an St. Josef erstmals ohne präsidialen Vorsitz seine Jahreshauptversammlung ab.

Durch den Stellenwechsel von Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop ist dieses Amt derzeit vakant. Die Zusammenkunft begann traditionell mit einem gemeinsamen Abendessen. Es folgten die Berichte der Schriftführerin und der Kassiererin über das Chorjahr 2015. Bei den Vorstandswahlen kandidierte Frau Hanni Jakobs für das Amt der Vorsitzenden. Neben ihr wurden auch Frau Christel Lausmann als 1. Kassiererin, Frau Brigitte Krause-Deden als 1. Schriftführerin und Herr Franz Caleca als 1. Notenwart in ihren Ämtern bestätigt. Außerplanmäßig wurde Herr Peter Babczinski für die Dauer eines Jahres zum 2. Vorsitzenden gewählt.

 

Kantor Matthias Krella bedankte sich bei den Sängerinnen und Sängern für die geleistete Arbeit sowohl bei den Proben als auch bei der Gestaltung der Gottesdienst und der Konzerte. Er bat darum, sich auch durch heimisches Üben auf die Aufführungen des „Stabat Mater“ von Karl Jenkins am 06.03.2016 und 13.03.2016 vorzubereiten.

 

Der vorgestellte Terminplan 2016 beinhaltet neben diesen Konzerten ein weiteres am 02.10.2016 zusammen mit der Bläsergruppe „wes10brass“. Selbstverständlich gestaltet der Chor auch in diesem Jahr Gemeindeliturgien, Hochfeste des Kirchenjahrs mit besonderen Festmessen und ist im Gemeindeleben aktiv.

 

Marlies Adams, Langenfeld den 23.01.2016

„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“

Wanderung durch das obere Eifgenbachtal

Am 14.5.2015 trafen sich 12 wanderfreudige Sängerinnen und Sänger zur traditionellen Wanderung am Himmelfahrtstag. Max hatte eine Route durch das obere Eifgenbachtal für uns ausgearbeitet, ca. 13 km Wegstrecke. Der liebe Gott steuerte für diese Unternehmung wunderschönes Wanderwetter und herrliche Naturerlebnisse bei. Alles grünte, alles blühte, die Vögel tirilierten. Wir kamen uns vor wie im Urlaub und sagten ein ums andere Mal: „Nä, wat is dat schön!“

Um 9.00 Uhr starteten wir in Fahrgemeinschaften von der Josefskirche aus. Es ging zum Wanderparkplatz hinter Haus Eifgen in Wermelskirchen. Nun hieß es die Rucksäcke schultern und los marschieren, zunächst leicht bergan, aber dann auf ebenen Wegen durch Feld, Wald und Flur. Immer wieder boten sich uns wunderschöne Ausblicke. Es war schön, einmal Zeit zu haben, um mit den Sangesbrüdern und – schwestern ausgiebig ins Gespräch zu kommen, was während der Pausen bei den Proben in dem Maße ja nicht möglich ist.

Nach gut einer Stunde Wanderzeit trafen wir auf eine Schutzhütte, die Max für das 2. Frühstück auserkoren hatte. Bei dem herrlichen Ausblick in die Landschaft schmeckten die Brote noch einmal so gut.

Weiter ging's. Es war auffallend, dass wir heute, wie bei keiner Wanderung zuvor, immer wieder anderen Wanderern, Radfahrern, Familien begegneten, die den schönen Tag auch für einen Ausflug nutzten.

Ein Teil der Wegstrecke war u.a. auch mit dem Pilgerwegzeichen der Jakobsmuschel gezeichnet. Hier dachten wir an Gerhard, der in früheren Jahren stets mit uns auf Achse war, nun aber unterwegs ist nach Santiago de Compostela. „Wie würde der gucken, wenn wir einfach weiter marschieren und ihn dort treffen würden!“ ulkten wir. Wir dachten aber auch an Renate, die sooo gerne mit gewandert wäre, krankheitsbedingt aber absagen musste.

Die Berger Mühle tauchte vor uns auf. Angesichts der erklärenden Hinweistafel machten wir unserem Ruf als Chorwandergruppe Ehre und sagen spontan das Lied von der klappernden Mühle am rauschenden Bach. Unser Chorleiter wäre begeistert gewesen, denn wir sangen es auswendig und textsicher, zumindest die 1. Strophe! 

Unser Etappenziel war die Neue Mühle, in der uns Max für die Mittagszeit zum Essen angemeldet hatte. Diese Mühle wird uns unvergesslich bleiben. Wir wurden an allerlei Altertümchen vorbei in den historischen Mühlenkeller geleitet. Dann eröffnete uns eine freundlich junge Serviererin, dass es heute nur Grillgerichte gäbe, die man sich selbst holen müsse. Den Familiengrill hatten wir bei unserem Eintreffen gesehen – und auch die große Zahl Menschen, die auf der Straße stand und sich schon einmal mit einem Getränk versorgt hatte. Hinter der Grilltheke taten zwei junge Frauen ihr Bestes – aber das war heute eindeutig nicht gut genug. Wir zogen also wieder nach oben, wo wir Chips für die Speisen kaufen sollten. Die Chips wurden aber gar nicht ausgegeben. Man bezahlte für jedes Gericht, das man essen wollte, also für jedes Stück Fleisch, jeden Salat, jede Kartoffel etc. 3,00 € - und rieb sich die Augen als man sah, was man dafür auf seinen Pappteller bekam. Die Größe der Teller hätte uns eigentlich schon vorwarnen müssen. Die Steaks, teilweise kurz vor der dem Stadium der Kohle, bogen sich so auf dem Tellerchen, als ob sie sich wegen ihrer Winzigkeit und ihres Zustandes schämen würden. Die Grillkartoffel, Gott sei dank schon vorgekocht, wurden auch beim wiederholten Auflegen auf die nicht vorhandene Glut nicht heiß und so von den findigen Hausfrauen kurzerhand in den Quark geschnippelt und als Kartoffelsalat gegessen. Gut waren die Speisen, die nicht den Weg über den Grill genommen hatten, die frischen Salate. Aber satt wurde man davon auch nicht. Das Essen war also eine ziemliche Enttäuschung, und Max und Michael überlegten, ob sie die jungen Damen am Grill nicht ablösen und für zufriedene Gäste sorgen sollten. Wehmütig erinnerten wir uns an das in früheren Jahren als Abschluss der Wanderung stattfindende Grillfest im Pfarrgarten, bei dem sich dann alle Chormitglieder nebst Familienangehörigen trafen. Leider wurde diese Tradition wegen schwindender Teilnehmerzahlen eingestellt. Wir nahmen die Pleite beim Mittagessen mit Humor und setzten mit keinesfalls überfülltem Magen unsere Wanderung fort.

Auf den letzten Kilometern trafen wir auf ein Gruppe junger Männer, die mit einem Bollerwagen unterwegs waren und damit bis Altenberg ziehen wollten. Einer von ihnen arbeitete in Langenfeld, und schon waren wir zu einer „Kalorienzufuhr“, wie sie es bezeichneten, eingeladen. Ob wir so hungrig ausgesehen hatten? Ein Stückchen weiter machte Max noch einmal eine „Schokoladenpause“. Schließlich ist die Osterzeit ja nun vorbei und die kakaohaltigen Lämmchen mussten nun endlich vertilgt werden. So kamen wir dann doch alle gut wieder an unserm Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz am Haus Eifgen, an.

Schlag 16.00 Uhr hatte St. Josef uns wieder. Ein herzliches Dankeschön richtete sich an Max für diese wunderschöne und erlebnisreiche Wanderung. Möge diese Tradition noch lange fortdauern!

Marlies Adams, Langenfeld den 17.05.2015

 

Spurensuche 

In diesem Jahr lautete das Motto der Erstkommunionvorbereitung in der Gemeinde St. Josef und Martin „Spurensuche“.

Auf Spurensuche begaben sich am Samstag, den 25.04.2015 auch einige Sängerinnen und Sänger und ihre Familienangehörigen zusammen mit Frau Anneliese Rejek. Frau Rejek hatte uns schon im vergangen Jahr durch die Wasserburg Haus Graven geführt und uns dort in einem lebendigen Vortrag Langenfelder Stadtgeschichte nahe gebracht. Damals wünschten sich die Teilnehmer spontan eine weitere „Geschichtsstunde“ mit Frau Rejek.

Frau Rejek war hierzu gerne bereit, und so suchten wir mit ihr zusammen unter dem Thema: „Rund um St. Martin“ nach den Spuren unserer Pfarrgeschichte. Eigentlich sollte unsere Spurensuche am Kindergarten St. Martin beginnen, weil hier am Geländeverlauf und uralten Bäumen zu sehen ist, wo sich das allererste Pfarrhaus – ein von einem Wassergraben umgebenes Fachwerkhaus – befunden hat. Auch die Lage des dazu gehörigen Wiedenhofs, - heute erinnert nur noch die Straßenbezeichnung an ihn -  aus dessen Bewirtschaftung der Pfarrer seinen Lebensunterhalt bestritt, hätten wir uns angeschaut und ebenso den Standort der Vikarie. Leider machte uns das nach wunderschönen Frühlingstagen nun ins Nasse umgeschlagene Wetter einen Strich durch diese Planung, und wir trafen uns an der Kirche St. Martin.

Trocken zu Füßen des berühmtesten und wertvollsten „Inventars“ der Kirche, der Madonna aus dem Hause der von Vellbrücks, sitzend lauschten wir dem wiederum sehr fesselnden und lebendigen Vortrag von Frau Rejek, der uns in längst vergangene Zeiten führte, aber auch den Bogen in die Neuzeit schlug, denn seit dem letzten Kirchenbau sind ja noch keine 50 Jahre vergangen. Aus der Nähe besichtigten wir den historischen Taufstein, der zwischenzeitlich einmal einem Bauern als Viehtränke gedient hat – die Spuren dieser Nutzung sind noch erkennbar -, der aber dann Gott sei dank wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt wurde.

Wir hörten die Geschichte der „Richrather Madonna“, einer Stiftung der von Vellbrücks für einen Marienaltar. Diese Madonna hat viel erlebt. Frau Rejek konnte schier unglaubliche Geschichten über ihren Verbleib erzählen, bis auch sie endlich wieder den Weg zurück nach St. Martin fand. Bevor sich die Gruppe in den Kirchturm begab, sagen wir Maria zu Ehren ein Marienlied und zündeten Kerzen an.

Im historischen Turm aus dem 12. Jhdt. stiegen wir zunächst in die 1. Etage. Hier hatte Frau Rejek mit Einsatz der modernen Technik einen Bildvortrag vorbereitet. Mit Fotos, Katasterauszügen und Gemälden sahen wir nun auch die ältesten Spuren der Pfarrei St. Martin, deren reale Besichtigung dem Regen zum Opfer gefallen war. Nach einem wiederum spannenden Vortrag kletterten wir hoch in den 2. Stock um hier noch einige Spuren aus der mittelalterlichen Bauphase zu entdecken. Die ganz mutigen von uns – und das waren die meisten – stiegen dann noch über eine „Hühnerleiter“ hoch in den Glockenstuhl und bestaunten die Glocken, von deren Geschichte uns Frau Rejek zuvor natürlich auch erzählt hatte.

Wie im Fluge waren zwei interessante Geschichtsstunden vergangen. Als wir uns mit einem herzlichen Dank vor dem Turm von Frau Rejek verabschiedeten, hatte es übrigens aufgehört zu regnen.

Marlies Adams, Langenfeld den 27.05.15

Kirchenchor an St. Josef stellt Jahresplan vor

Am 23.01.2015 trafen sich die Mitglieder des Kirchenchores St. Josef im Pfarrsaal zu ihrer Mitgliederversammlung.

Neben den Sängerinnen und Sängern begrüßte die Vorsitzende Hanni Jakobs auch Kantor Matthias Krella und letztmalig als Präses des Chores Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop. Eine besondere Freude war es, an diesem Abend 3 neue Chormitglieder willkommen zu heißen. Bei den Vorstandswahlen wurden Frau Gertrud Pruß als 2. Vorsitzende, Frau Petra Rieger als 2. Schriftführerin, Herr Gerhard Krebs als 2. Kassierer und Herr Michael Kalsbach als 2. Notenwart in ihren Ämtern bestätigt. In seiner Ansprache an den Chor ging Pfarrer Dr. Rentrop auf sein Ausscheiden als leitender Pfarrer der Gemeinde ein, das im Sommer erfolgen wird. Nach seiner Meinung sei es nach den unumgänglichen strukturellen Veränderungen notwendig, die Menschen in ihren Herzen anzusprechen und zu erreichen. Das gelänge dem Chor sehr gut, und hier habe er auch eine wesentliche und wichtige Aufgabe. Herr Krella stellte das Programm des Jahres 2014 vor. Neben den selbstverständlichen Terminen der Gestaltung der Sonntags- und Festtagsliturgien sind mehrere Mitsingprojekte sowie Kooperationen mit Kinder- und Jugendchören und jugendlichen Instrumentalisten geplant. Am 23. August wird der Chor bei einem Konzert mitwirken, das unter dem Titel „Kirchenchor trifft Bläser“ steht. Im September nehmen die Sängerinnen und Sänger an einem Wochenendkurs „Anti-Aging für die Stimme“ teil. Selbstverständlich finden neben den musikalischen Terminen auch über das Jahr verteilt unterschiedlichste Angebote des geselligen Beisammenseins für die Chormitglieder und ihre Angehörigen statt. Als Ausblick auf das Jahr 2016 ist die Aufführung des „Stabat Mater“ von Karl Jenkins geplant zusammen mit der Kantorei der Erlöserkirche. Erstmalig ist der Chor in diesem Jahr am Sonntag, den 08.02.2015 um 11.15 Uhr in der St. Josef-Kirche bei der Gestaltung der Sonntagsmesse zu hören.

 

Langenfeld, den 24.01.15 Marlies Adams

2 Jahrzehnte Kirchenmusik an und für St. Josef
Kantor Matthias Krella feierte sein 20-jähriges Dienstjubiläum


Am 1.10.2014 gab es an St. Josef Grund zu feiern.Kantor Matthias Krella beging sein 20-jähriges Dienstjubiläum in der Gemeinde. Aus diesem Anlass hatte er die Gemeindemitglieder, seine Chöre und Freunde um 20.15 Uhr zu einer Orgelvesper in die Pfarrkirche eingeladen. Rasch übte er vor Beginn der Vesper mit der Gottesdienstgemeinde noch einige Gesänge aus dem neuen Gotteslob in der 4-stimmigen Fassung ein. Die Gottesdienstleitung hatte Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop übernommen. Matthias Krella „beschenkte“ die Gottesdienstteilnehmer mit 4 Orgelstücken: der „Toccata und Fuge“ in d-moll BWV 565 von Johann Sebastian Bach, dem „Scherzo“ von Samuel Rousseau, der Sinfonia aus Bach's Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ BWV 106 und „Theme from Palladio“ von Karl Jenkins.
 
Im Anschluss an die Vesper hatte Herr Krella zu einem Umtrunk und Imbiss in den Pfarrsaal geladen. Viele Gäste folgten der Einladung. Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop dankte Herrn Krella mit herzlichen Worten für seinen langjährigen Dienst für die Gemeinde. Er bewundere, mit welcher Vielseitigkeit, gepaart mit großem Können und einem nie versiegenden Ideenreichtum, Krella seine Arbeit versehe. Vom Trend des ausbleibenden Nachwuchses in der Chormusik ließe er sich nicht entmutigen sondern steuere dagegen. Pfarrer Rentrop äußerte die Hoffnung auf eine noch recht lange und fruchtbare Zusammenarbeit.
 
Seinen Worten schloss sich die Vorsitzende des Kirchenchores an St. Josef, Hanni Jakobs an. Sie dankte für zahllose schöne Stunden und große Musikereignisse und -erlebnisse in den zurückliegenden Jahren und freue sich auf die weitere Zukunft mit Herrn Krella.
 
Der so geehrte Jubilar dankte mit launigen Worten. In seinen Dank bezog er ausdrücklich auch all die Menschen ein, die im Hintergrund wirkten und doch so wichtig seien, z.B. die Pfarrsekretärinnen. Ohne die Unterstützung anderer würde vieles nicht möglich sein und gelingen. Da das Rentenalter derzeit ja immer weiter nach oben verschoben würde, bestünde durchaus die Möglichkeit, dass er noch weitere Dienstjubiläen feiern könne, beschloss er lachend seine kleine Rede.
 
Nachdem sich die Gäste den leiblichen Genüssen zugewandt hatten, trug Marlies Adams noch einmal ihre Büttenrede aus dem Jahr 1995 vor, in der sie das Ankommen des neuen Organisten in der Gemeinde und seine erste Gottesdienstgestaltung, die Andacht am Allerheiligenfest mit anschließendem Friedhofsgang, humoristisch auf's Korn genommen hatte.
 
Nachdem (fast) alle Brötchen verzehrt und die Bierfässchen geleert waren machten sich der Jubilar und die ihn feiernde Gästeschar nach dem Erleben eines schönen und fröhlichen Abends, auf den Heimweg.

Langenfeld, den 3.10.14 Marlies Adams

 

Auf historischen Spuren

Bei der Mitgliederbefragung im Jahr 2013 äußerten einige Chormitglieder den Wunsch, in einem freien Angebot kultureller Veranstaltungen

auch außerhalb der Chorproben und Aufführungen soziale Kontakte zu pflegen und hierbei Familienangehörige einzubeziehen. 25 Erwachsene und 2 Kinder trafen sich so am 14.6.2014 Uhr um 15.00 Uhr am Torbogen der Wasserburg Haus Graven, um sich von Frau Anneliese Rejek in die Geschichte der Burg einführen zu lassen. Frau Rejek ist eine passionierte Heimatkundlerin, hat in verschiedenen Geschichtsprojekten der Stadt Langenfeld mitgewirkt, den im Mai 2014 eröffneten Geschichtsraum der Burg mit konzipiert und ist Mitglied des Fördervereins „Wasserburg Haus Graven e.V.“.
 
Bis zu ihrer Pensionierung war Frau Rejek eine ebenso leidenschaftliche Lehrerin an verschiedenen Grundschulen der Stadt, und so gab es gleich zu Beginn der Führung unter dem Torbogen ein freudiges Begrüßen und Wiedererkennen ehemaliger Schüler, Eltern und sonstiger Weggefährten. Und dann begann eine 2-stündige unglaublich kurzweilige, humorvolle aber dennoch fundierte und informative Führung durch die Anlage.
 
Nachdem wir das Wappen der von Vellbrück's über dem Torbogen besichtigt und erschlossen hatten, führte Frau Rejek uns in einen Vortragsraum innerhalb der Burg. Mit Hilfe der modernen technischen Medien nahm sie uns in Wort und Bild mit auf eine mehr als 1000-jährige Geschichtsreise. Wir „erlebten“  den Bau der Holzerdeburg, der „Motte“, im sumpfigen Gebiet der heutigen Schwanenmühle, die erste Siedler in nachkarolingscher Zeit um das Jahr 1000 dort errichteten und die als Vorgängerbau Haus Gravens gilt. Es gab mehrere „Motten“ im heutigen Langenfelder Stadtgebiet. Einige sind überbaut, aber die im Volksmund „versunkenes Schloss“ genannte auf Immigrather Gebiet und die „Motte“ bei der Schwanenmühle sind heute noch erkennbar. 1326 wird das Geschlecht der „von Graven“ erstmalig urkundlich erwähnt. Es war spannend zu hören, wie sich nun die Familiengeschichte der von Gravens auch mit den damals durchaus üblichen Mitteln der „Geschlechtervereinigung“ durch gezielte Heiratspolitik entwickelte. Und all das war ganz eng verbunden, ja ist Teil der Langenfelder Geschichte. 1786/1787 geht die Burg mit ihren Ländereien in den Besitz der von Mirbachs über, in dem sie bis 1974 blieb. Dann erwarb der Innenarchitekt Körner die bis dahin verpachtete Burg und richtete dort Werkräume und Ateliers zur Herstellung von künstlerischen Teppichen ein. Auch fanden hier nun kulturelle Veranstaltungen statt. Von 1995 bis 2010 war Haus Graven privater Wohnbesitz. 2010 wurde die Burg der Stadt Langenfeld für 10 Jahre zur mietfreien Nutzung übergeben. Es bildete sich der Förderverein „Wasserburg Haus Graven e.V.“, dem die Burg 2011 zur kulturellen Nutzung überlassen wurde.
 
All diese an sich „trockenen“ Fakten verpackte Frau Rejek in einen sehr plastischen, anschaulichen und mitreißenden Vortrag, der uns alle gefangen nahm. Selbst den Kindern wurde es nicht langweilig. Wir merkten gar nicht, wie die Zeit verrann. Aber dann hieß es den Ortswechsel vorzunehmen, wollte uns Frau Rejek doch auch noch durch die frisch eröffnete Dauerausstellung zur Burggeschichte führen. Hier hatten wir Gelegenheit weitere Fragen zu stellen. Nicht nur die Kinder setzten sich Kopfhörer auf und ließen z.B. die „Ahnherren“ „persönlich“ aus ihrem Leben erzählen. Um 17.00 Uhr wurden die Türen des Ausstellungsraums geschlossen, aber ich bin sicher,  dass viele von uns noch einmal vorbei schauen werden.
 
Etliche Teilnehmer ließen diese Veranstaltung zur Stärkung des „Wir-Gefühls“ im Burghof bei Kaffee, Kuchen und Eis ausklingen. Frau Rejek saß mit in der Runde, und so konnten wir uns persönlich bei ihr bedanken. Vorsichtig wurden auch schon Anfragen und Pläne geschmiedet für eine evtl. Folgeveranstaltung. Wer weiß, vielleicht wandelt der Chor irgendwann erneut auf anderen historischen Spuren?!
 
Die geschichtlichen Daten sind der Broschüre „Geschichte der Wasserburg Haus Graven“ des Fördervereins „Wasserburg Haus Graven e.V.“ entnommen.
 

Marlies Adams
16.6.2014

 

Subjektive Gedanken und Empfindungen einer Sängerin zum Mozart-Projekt 

Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2013 stellte uns Herr Krella das Projekt „Messe c-moll von Wolfgang Amadeus Mozart“ vor, das am 22.3. und 23.3.2014 zusammen mit der Kantorei der Erlöserkirche zur Aufführung kommen sollte. Wir hatten also fast 15 Monate Zeit für die Erarbeitung. Moderat begannen wir mit den Proben hierfür. Eine Hälfte der wöchentlichen Proben war Herrn Mozart vorbehalten, in der anderen Hälfte erarbeiteten wir die Stücke für die Liturgiegestaltung des Jahresfestkreises und das Konzertprogramm für unsere Chorreise in den Ostharz. Recht bald bekam jedes Chormitglied eine Übe-CD der Messe, auf der die eigene Singstimme deutlich hervorgehoben war. Diese CD avancierte im 1. Quartal 2014 vermutlich zur meistgehörten CD Langenfelds. Sie lief in Autoradios und ließ den Stau nicht zur vertanen Zeit verkommen; sie ermöglichte ein Bügeln der Wäsche im „mozärtlichen Rhythmus“, aber zunehmend öfter trällerten die Sängerinnen und Sänger mit ihren Klavierauszügen in der Hand die Stücke konzentriert mit. Bis zu den Sommerferien 2013 hatten wir alle Stücke einmal grob erarbeitet.

Danach wurde die Probe am „Mozart“ intensiviert, und die Klavierauszüge wurden immer bunter. Zwecks besserer Übersicht hatten wir uns unsere eigene Stimme in dem teilweise 8-stimmigen Chorteilgewirr schon mit leuchtender Markerfarbe kenntlich gemacht, damit sie uns sofort ins Auge sprang. Nun kamen nach Ansage von Herrn Krella „Totenköpfe“, Bindebögen, Ausrufezeichen, „Augen“ als Hinweis auf unbedingtes Anschauen des Chorleiters und dann auch noch persönliche „Runen“ und Schriftzeichen als Warnung vor subjektiven Klippen hinzu. Die Bleistifte mussten mehrfach nachgespitzt werden. Im Oktober durfte der Chor auf Einladung der Friedrichsdorfer Kantorei noch einmal das „Requiem“ von Karl Jenkins in Frankfurt und Bad Homburg aufführen. Dieses schöne Chorgemeinschaftserlebnis wirkte sich gewiss auch motivierend auf die Proben für das aktuelle Chorprojekt aus und natürlich auch auf die Erarbeitung des Programms für die Weihnachtsfeiertage.

Ab Januar 2014 galt dann die volle Probenkonzentration dem Werk Mozarts. Die Damen und Herren sahen sich einen ganzen Monat lang nicht, denn sie probten in 14-tägigem Rhythmus getrennt und bekamen nun „den letzten Schliff“ in intensiver Stimmarbeit. Diejenigen, die keine Probe hatten, waren gebeten, die freie Zeit zum eigenen Studium mit der CD zu nutzen.

Am 5.2.2014 trafen sich die Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei und des Kirchenchores erstmals im Pfarrsaal von St. Josef. Das war zunächst ein frohes und überraschtes Erkennen und Begrüßen nach dem Motto: „Ach, du singst auch mit! Das ist aber schön!“ Relativ entspannt wurde dann mit den ca. 100 Chormitgliedern geprobt. Es war ein erstes „Beschnuppern“, „Miteinander-warm-werden“, „Ausprobieren“. Eine Woche später wurde die Arbeit in der Erlöser-kirche fortgesetzt, und hier merkten wir dann, dass, wenn man zwei 4-stimmige Chöre, die das selbe Werk geprobt haben und relativ sicher können, zusammen singen lässt, nicht automatisch ein „nur“ 8-stimmiger Gesang erklingt. Ernüchterung machte sich breit und die Erkenntnis, dass die verbleibenden 5 Proben und der Probennachmittag verdammt gut genutzt werden mussten, denn es war noch viel zu tun. Diszipliniert erschienen die Chormitglieder jeden Mittwoch an den zwischen der Hardt und St. Josef wechselnden Probenorten und übten, was das Zeug hielt. Herr Krella und Frau Kim hatten sich das Dirigat aufgeteilt. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig, aber die Einstellung auf das jeweilige Dirigat gelang uns immer besser. Am Samstag, den 8.3.2014 verbrachten wir 3 Stunden eines herrlichen Frühlingstages in der Erlöserkirche mit der gemeinsamen Probenarbeit. Zwischendurch gab es eine Kaffeepause, die von den Mitsängern der Kantorei liebevoll vorbereitet worden war, bei der wir Energien auftanken und endlich auch einmal einige Gespräche untereinander führen konnten. Am Ende dieses Nachmittages gingen wir mit der aufkeimenden Hoffnung nach Hause, dass das Konzert doch klappen könnte. Zumindest war doch alles schon wesentlich besser als noch vor 4 Wochen, - und wir hatten mit der Generalprobe ja noch 3(!) Proben.

Mittwoch, 12.3.2014, Probe in der Hardt – und die aufkeimende Hoffnung vom Samstag brach wie ein Kartenhaus zusammen. Heute konnten weder die Sängerinnen und Sänger noch die Chorleiter mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es klappte nur wenig wirklich gut, und irgendwie waren wir nach dieser anstrengenden Probe alle frustriert, körperlich platt.

Mittwoch, 19.3.2014, Probe im Pfarrsaal von St. Josef. Ob der Pfarrpatron, der Hl. Josef, dessen Gedenktag heute gefeiert wurde, vom Himmel her auf die Sängerschar positiv einwirkte? Wir sangen endlich so, wie Herr Mozart, Herr Krella und Frau Kim es sich vielleicht vorgestellt hatten. Außerdem hatte Herr Krella eine Methode gefunden, dem Rhythmusgefühl der Sopranistinnen auf die Sprünge zu helfen. Nun musste sich der HERR, obwohl der Chor flehentlich und unter die Haut gehend sein „Miserere“ intonierte, diesbezüglich nicht mehr über ihn erbarmen, denn er sang alles richtig.

Freitag, 21.3.2014, Generalprobe in der St.Josef-Kirche: Wie würde es werden? Würde uns das Orchester dermaßen verwirren, dass wir erneut aus dem Takt und den Melodiefolgen fliegen würden? Und dann die erleichternde Erkenntnis: „Mit Musik geht alles besser!“ Das Orchester spielte souverän, trug uns. Wir musizierten gemeinsam – und es klappte! Nichts ging katastrophal schief, so dass wir sogar schon 5 Minuten vor der Zeit die Probe beenden konnten. War das nun ein gutes oder ein schlechtes Omen?

Samstag, 22.3.2014: Gut eingesungen nahmen wir kurz vor 18.00 Uhr in der Kirche Aufstellung. Gott sei Dank, die Kirche war voll! Nun galt es, alles dafür zu tun, dass diese Menschen ein schönes und erhebendes Konzerterlebnis haben würden. Nach dem Verklingen der f-moll Fantasie von Mozart, 4-händig dargeboten auf der Orgel von Herrn Krella und Frau Kim, waren wir an der Reihe. „Kyrie eleison“. Wie ein Rausch erfasste uns nun die Musik, trug uns durch das Werk, berührte uns an manchen Stellen emotional zutiefst und erzeugte ein „Gänsehautgefühl“. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erleben. Dann verklang der letzte Ton des „Bendictus“, mit dem die Messe endete. Tosenden Applaus setzte ein. Auf diese unüberhörbare Weise bedankten sich die Zuhören bei allen Beteiligten, den Solisten, Instrumentalisten, Dirigenten und Chorsängern für ein einzigartiges Konzert. Tief zufrieden und auf angenehme Art müde und erschöpft machten wir uns auf den Heimweg. Wie gut, dass wir das Konzert morgen noch einmal singen und genießen dürfen. Es wäre zu schade, wenn jetzt schon alles vorbei gewesen wäre!

Sonntag, 23.3.2014: Heute waren wir schon eine Stunde früher am Start. Nein, das gab's doch nicht: es hatten sich noch mehr Musikfreunde eingefunden als gestern! Was wir kaum zu hoffen gewagt hatten, war eingetreten: die Kirche war an beiden Tagen voll! Allein das versetzte uns in eine frohe Stimmung. Hinzu kam dann noch das Erleben des gestrigen Erfolges und das sichere Wissen: wir beherrschen „unsere“ c-moll-Messe. Nun konnten wir noch gelöster und entspannter, aber auch voller Dankbarkeit für all das, was uns durch diese Konzerte an musikalischem, emotionalen, spirituellen und mitmenschlichem Erleben geschenkt wurde, erneut unsere Stimmen erklingen lassen. Und das Konzert geriet ein zweites Mal zu einem großen Ereignis für die Zuhörer und Erfolg für die Musizierenden. Die trafen sich anschließend zu einem gemütlichen, heiteren Ausklang im Pfarrsaal bei Suppe und Getränken.

Ich erinnerte mich daran, dass zu meiner Schulzeit die Lehrer in den Pausen darauf achten mussten, dass sich die Kinder der nebeneinander liegenden evangelischen und katholischen Schule nicht vermischten. Nur die Toilettenanlage durfte „ökumenisch“ genutzt werden, denn es gab nur eine. Und nun, ½ Jahrhundert später, brachten evangelische und katholische Christen gemeinsam solch ein musikalisches Projekt auf die Beine, betrieben Ökumene mit der verbindenden Kraft der Musik, und das alles war ganz selbstverständlich! Wenn das kein Fortschritt ist!!

„Wie macht ihr das nur? Ich könnte das nicht!“ wurde ich nach dem Konzert mehrfach gefragt. Doch, ich denke, das können ganz viele Menschen. Solche Erlebnisse kann sich nämlich kein Mensch, auch die musikalischen Profis, nicht alleine verschaffen. Es braucht dazu zwingend die Gemeinschaft der Mitsänger. Und diese Gemeinschaft trägt. Die Passage, bei der ich unsicher bin, kann mein Nachbar vielleicht besonders gut. Ich kann mich zurück nehmen – und irgendwann bin auch ich sicherer. Nein, man braucht keine großartigen Notenkenntnisse. Man erlernt die Stücke in den Proben nach und nach über's Ohr, über die Erklärungen von Herrn Krella, über das gemeinsame Ausprobieren und Singen. Und es ist wie beim Sport: je öfter ich trainiere, umso sicherer werde ich. Was ich wirklich brauche ist die Bereitschaft zu gemeinschaftlichem Tun und zum möglichst regelmäßigen Probenbesuch. Was ich dafür geschenkt bekomme sind menschliche Kontakte und  durch die Musik immer wieder erhebende, den Alltag durchbrechende, durch und durch froh machende Erlebnisse. Probieren Sie's aus!

 25.03.2014 Marlies Adams

 

Und wenn das 2. Kerzchen brennt, feiert der Chor Advent

Seit Jahrzehnten gehört es zur Tradition des Kirchenchores, am Samstag nach dem Nikolaustag die Sängerinnen und Sänger samt ihren Familienangehörigen, Kindern und Enkeln zu einem adventlichen Nachmittag in den Pfarrsaal einzuladen.

An diesem Nachmittag besuchte stets der Nikolaus die Chorfamilie und beschenkte die Kinder, die anschließend noch dem großen Knusperhaus zu Leibe rückten und ihre Tüten mit Leckereien füllten. Nun hat auch der  demographische Wandel vor der Chorfamilie nicht Halt gemacht. Es gab kaum noch Kinder, die dem Besuch des Nikolaus entgegen fieberten. Aber deswegen die Tradition aufzugeben, kam für die Sängerfamilie nicht in Frage. Sie passte einfach die Adventsfeier den veränderten Gegebenheiten an.

So trafen sich am Samstag, den 7.12.2013 wie schon „seit ewigen Zeiten“, die Familien der Chormitglieder, dazu Freunde und Förderer der Gemeinschaft um 18.00 Uhr im adventlich geschmückten Pfarrsaal. Auf jedem Gedeck wartete ein Weckmann auf sein „letztes Stündchen“. Selbstgebackene Plätzchen wurden probiert, und zur Befeuchtung der Kehlen standen neben alkoholfreien Getränken diverse Weine und auch Glühwein bereit. Für das leibliche Wohl war also bestens gesorgt, und für das seelische Wohlergehen sorgten die Chormitglieder selbst, in dem sie sich einander in einem zweistündigen Programm mit Musik-und Wortbeiträgen beschenkten.

Nach einem gemeinsam gesungenen Adventslied machten Winfrid Kraus und Franz-Josef Mühlenhoff den Anfang, die mit ihrer Band den Advent zum swingen brachten. Dagmar Pretz sang, begleitet von Petra Rieger an der Querflöte und Matthias Krella am Flügel, ein Christmas-Lied. Zur Freude der Erwachsenen spielte nun der 8-jährige Cedric Deden auf seiner Gitarre den amerikanischen Ohrwurm „Jingle Bells“. Renate Kindermann musizierte zunächst mit Petra Rieger ein Stück für Klavier und Querflöte und brachte dann eine Mozart-Komposition auf dem Flügel dar. Nun traten wieder die Kinder in Aktion. Annika und Florian Kather traten mit ihrer Mutter, Anne Wiesner-Kather als Trio auf. Anika spielte auf der Geige, Florian das Cello und ihre Mutter blies die Querflöte. Anschließend war ein weiteres, vorher noch nicht in Aktion getretenes Instrument zu hören. Carola Lagemann brachte, begleitet von Matthias Krella am Flügel, ihre Oboe zum Klingen. Nach so vielen Melodien erinnerte Marlies Adams mit der Geschichte „Die Bescherung“ an Hanns Dieter Hüsch, der am Nikolaustag 2005 verstarb. Franz-Josef Mühlenhoff zeigte, dass er nicht nur Klavier sondern auch Gitarre spielen und singen kann und lud die Gäste zum Mitsingen ein. Nun folgte ein Beitrag, der in die Sparte „Comedians“ gehört. Nadine Royer und Stephan Gnörich traten als Duo auf und sangen, am Flügel begleitet von Peter Babczinski, ein französisches Weihnachtslied. Stephan Gnörich und Peter Babczinski zeigten mit dem Lied „In dulic jubilo“, dass sie auch „ernsthaft“ musizieren können. Nach diesem Beitrag kam ein besinnlicher Text zur Weihnacht, vorgetragen von Anja Oberhäuser, gut zur Geltung. Ein weiteres Instrument wartete auf seinen Einsatz. Mirko Kanera ließ, begleitet von Matthias Krella am Flügel, sein Saxophon erklingen. Florian Kather zeigte, dass er vielseitig begabt ist und spielte für die Gäste auch noch 2 Weihnachtslieder auf dem Flügel. Danach trugen seine Mutter zusammen mit Petra Rieger das Largo aus dem Weihnachtskonzert von Manfredini vor, begleitet von Matthias Krella am Flügel. 2 Instrumente waren bisher stumm geblieben: die Alt- und die Bassflöte. Sie erklangen nun geblasen von Petra Rieger und Carola Lagemann. Mit einer 4-händigen Darbietung von Nadine Royer und Renate Kindermann am Flügel fand der musikalische Teil der Adventsfeier seinen Abschluss. Ach ja, natürlich durften sich die Gäste nicht nur „berieseln“ lassen. Zwischendurch übte Herr Krella z.B. mal schnell einen Kanon ein. Er hatte auch das musikalische Programm zusammengestellt und die Darbietungen moderiert.

Reichlicher Applaus war auch an diesem Abend das Brot der Künstler, - aber nicht nur (s. „leibliche Genüsse“ in Abschnitt 2). Außerdem bekam  jeder Akteur als Dankeschön einen Weihnachtsstern.

Nach Beendigung des Programms blieb die „Chorfamilie“ noch in gemütlicher Runde beisammen. Offensichtlich hat die „alte Tradition in neuem Gewand“ allen gut gefallen, und so wird es vermutlich auch im Jahr 2014 heißen: ….Und wenn das 2. Kerzchen brennt, feiert der Chor Advent!

Langenfeld, den 08.12.13                                                                              Marlies Adams

Krella-Chöre auf Konzertreise

Wiederholung des „Requiem“ von Karl Jenkins in Hessen 

Am Samstag, den 16.11.2013 war es soweit: Mitglieder des Kirchenchors an St. Josef, des Laudate-Chors und des Chorensembles „ad libitum“ starteten um 8.00 Uhr mit einem Bus der Fa. Wiedenhoff von Langenfeld nach Frankfurt/ Main. Sie folgten gespannt und gerne der Einladung der Friedrichsdorfer Kantorei e.V., die die Choristen eingeladen hatte, mit ihr zusammen das „Requiem“ von Karl Jenkins in 2 Konzerten aufzuführen. Die erste Aufführung erfolgte am 16.11.2013 in der Heilggeistkirche (Dominikanerkloster) in Frankfurt, die zweite tags darauf in der St. Marien–Kirche in Bad Homburg. Der Kontakt war durch den Shakuhachi–Flötisten TaiAn zustande gekommen, der die Langenfelder Sängerinnen und Sänger bereits im April 2011 bei der Aufführung des Werks in der heimischen St. Josef–Kirche begleitet hatte. An 2 Probennachmittagen hatten sich die Chormitglieder erneut mit dem Werk vertraut gemacht und für die Konzerte geprobt.

Pünktlich um 11.00 Uhr erreichte der Bus das 1. Reiseziel, die Heiliggeistkirche in Frankfurt. Einer der Chorsänger bewies allerdings, dass die DB schneller und vor allem besser als ihr Ruf ist. Er hatte die Abfahrt des Busses verpasst, war mit dem ganz schnellen IC hinterher gedüst - und erwartete uns bereits mit seinem Köfferchen an der Kirche.

Nach einem kurzen Begrüßungskaffee, den die gastgebenden Chormitglieder für uns bereit gestellt hatten, begann in der Kirche die erste gemeinsame Probe der Chöre. Es hieß, sich mit den unbekannten Begebenheiten vertraut zu machen, sich darauf einzulassen, das eine oder andere zu verändern mit dem Ziel, einen möglichst guten Zusammenklang zu erreichen. 

Nach dieser ersten „Schnupperprobe“ ging es in dem für uns im ehemaligen Kloster für diesen Tag reservierten Raum zum gemeinsamen Mittagessen. Hier war dann auch die erste Gelegenheit, mit den „Friedrichsdorfern“ ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

Bei der 2. Probe, der Generalprobe, wurde es dann ernst. Nun waren auch die Instrumentalisten des Sinfonieorchesters der Stadt Mörfelden-Walldorf anwesend, so dass wir erstmalig den vollen Klang des Werks erlebten – aber auch, dass wir noch Einiges besser abstimmen und verbessern mussten. Um 17.00 Uhr stand unser Bus wieder vor der Kirche, in seinem „Bauch“ die Koffer mit unserer Konzertkleidung. Die hieß es nun anzuziehen, was unter viel Gelächter und mit noch mehr Improvisation auch gelang. Schwarzgewandet stärkten wir uns noch einmal für den bevorstehenden Auftritt.

Pünktlich um 18.00 Uhr gab Herr Friedrich Haller den ersten Einsatz zu Jenkins „Requiem“. Leider war der Zuhörerkreis „überschaubar“ - aber Frankfurt ist halt eine Großstadt mit einem reichhaltigen Kulturprogramm. Mit langanhaltendem Applaus bedankte sich das Publikum am Ende des Konzerts bei den Instrumentalisten, Solisten und Choristen.

Nun brachte uns der Bus in unser Hotel nach Friedrichsdorf. Etliche Mitglieder der Kantorei fuhren ebenfalls dorthin, um mit uns gemeinsam zu Abend zu essen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Hier bedankten sich die beiden Chorleiter, Herr Krella und Herr Friedrich in sehr persönlichen Worten bei den Sängerinnen und Sängern für deren Einsatz um die gemeinsamen musikalischen Auftritte.

Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen fuhr die Langenfelder Sängerschar nach Bad Homburg. Um 10.00 Uhr stand in St. Marien das Einsingen für die Eucharistiefeier auf dem Programm, die auch von Mitgliedern der Kantorei musikalisch gestaltet wurde. Anschließend erwartete uns im Pfarrzentrum ein Mittagessen. Als „Nachtisch“ hatten die Gastgeber für uns eine unvergessliche Führung durch die Erlöserkirche organisiert. Pfarrerin Astrid Bender erklärte uns den Baustil der Kirche, die sich äußerlich an Kirchbauten des Rheinlandes anlehnt, im Innenraum aber  unübersehbaren Bezug zur Hagia Sophia aufweist. Sie verbindet Stilmittel der byzantinischen  und der hochromantischen Kunst. Nachdem wir den mächtigen Portalbogen mit seinem reichhaltigen Bildprogramm durchschritten hatten, wurden wir im Kircheninnern von den goldgrundigen Mosaiken, vor allem der des Pankrators in der Apsis-Kuppel gefangen genommen. Als wir in Kleingruppen durch die Kirche wandelten, stimmte jemand wie von selbst einen Taize-Gesang an. Aus vielen Ecken des Kirchraumes und von der Galerie aus fielen die Sängerinnen und Sänger ein. Es entwickelte sich ein unbeschreibliches Klang – und spirituelles Erlebnis.

Nach knapp einer Stunde fanden wir uns wieder in St. Marien ein. Hier gab es eine erneute Stellprobe mit Choristen und Orchester. Auch wurden noch einmal einige Passagen des „Requiems“ wiederholt.

Dann galt es wieder die Konzertkleidung anzulegen und sich für das Konzert einzusingen.

Kurz vor 17.00 Uhr nahmen wir im Chorraum Aufstellung und stellten erfreut fest, dass sich heute eine deutlich größere Anzahl von Zuhörern eingefunden hatte. Das beflügelte uns, noch einmal eine sehr gute Leistung abzurufen, die mit herzlichem Applaus, Blumen für die Solistinnen sowie einer Flasche „Göttertrank“ für die Chorleiter belohnt wurde.

Gegen 19.30 Uhr setzte sich unser Bus Richtung Heimat in Bewegung, an Bord eine sehr gelöste und frohe Sängerschar. 24 Piccolos gab's in der Bordküche -  ½ für jeden -, mit denen wir auf die erlebnisreichen und gelungenen Tage anstießen. Es schien, als hätten die Choristen noch nicht genug gesungen. Immer wieder wurden Lieder angestimmt – und am Ende sang selbst der Busfahrer mit. Schade, dass ihn sein Beruf daran hindert, einem der Krella-Chöre beizutreten. Wo doch alle händeringend Männerstimmen suchen!

Langenfeld, den 21.11.2013                                                                                  Marlies Adams

 

„ Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt“ - und unglaubliche Dinge passieren

 Chorwandertag am 06.07.2013

Wegen einiger plötzlich und unerwartet aufgetretener Erkrankungen wanderfreudiger Chormitglieder traf sich eine überschaubare Gruppe um 9.00 Uhr „im Wendehammer“ zur Abfahrt nach Altenberg.

Vom Wanderparkplatz „Schöllerhof“ aus nahmen die Sängerinnen und Sänger, geführt von Max, die „Wasserroute“ unter ihre Füße.

  • 2013 wandertag 2 20130803 1600706685

Es war einer der wenigen „wirklichen“ Sommertage dieses Jahres, und der ließ sich auf den größten Teils durch die Wälder verlaufenden gut begehbaren Wegen, stets ein Bächlein oder Flüsschen an der Seite, wunderbar genießen. Wie es sich gehört, wurde die erste Schutzhütte am Weg gleich zur „Jausenstation“ erkoren und das 2. Frühstück eingenommen. Schließlich wirkt der Energienachschub ja nur, wenn man ihn im Magen und nicht im Rucksack trägt.

  • 2013 wandertag 5 20130803 1460919637

Und außerdem war bei den hohen Temperaturen die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ein Muss. Kaum waren wir wieder im Wandertritt, fragte Martin: „Hat jemand ein Stück Kordel oder etwas ähnliches?“ Einer seiner Wanderschuhe hatte in krokodilähnlicher Größe „das Maul aufgerissen“! In Max Rucksack fand sich ein Rest „Leukoplast“. 

  • 2013 wandertag 1 20130803 1906691095

Unter viel Gelächter stopften wir Martins „gefräßigem“ Schuh „das Maul“, indem wir Sohle und Schuh mit dem Pflaster verbanden. „Wie konnte das nur passieren?“ grübelte Martin nun eine geraume Weile. Dann kam ihm die Erleuchtung: letztmalig hatte er die Schuhe an der Nordsee bei einer Strandwanderung, bei denen sie auch von dem salzigen Nass umspült wurden, getragen. Und nun wussten wir: Schuhmacherklebstoff und Salzwasser vertragen sich nicht; der Klebstoff „verduftet“! Um die Mittagszeit erreichten wir die Große Dhünn-Talsperre, wanderten über die Sperrmauer. Hier gab's wieder Gelegenheit für das leibliche Wohl zu sorgen – und Martin drehte aus der nun frei gewordenen Plastiktüte eine „Kordel“ für seinen 2. Schuh, denn inzwischen hatte auch der „Hunger“ bekommen. Bevor wir uns wieder auf die Wanderschaft begaben erfuhren wir im Informationspavillon noch einiges Wissenswerte über die Talsperre. Wieder ging's in den Wald hinein – und irgendwann winkte uns Martin mit seiner nun komplett abgefallenen Schuhsohle zu. Merke: Leukoplast hält besser als Platiktütenkördelchen! Nun ereignete sich dieses Malheur aber just in der Nähe einer psychosomatische Klinik. Wir beschrieben Martin als „Notfall“, und lachend suchte die freundliche Angestellte extra breites Klebepflaster. Damit gelang es uns, Martins Schuh beidseitig „das Maul zu stopfen“, in dem wir sowohl die Spitze als auch den Absatz sehr fachmännisch mit dem Schuh verbanden. Martin hatte nun zwar „Designerschuhe“, aber ein etwas eigenwilliges Gangbild.  

  • 2013 wandertag 6 20130803 1627229956

Wir überlegten lachend, ob wir Reiter, die  ihre Pferde in der Dhünn tränkten, bitten sollten, Martin ihren Gaul zu überlassen. Gerne hätten wir dazu gesungen: „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“. Aber Martin meinte, es ginge schon.  So erreichten wir in bester Stimmung das Tagungshaus des Erzbistums „Maria in der Aue“. Max hatte für uns Tische reservieren lassen. So ließen wir es uns unter der Krone einer riesigen Buche richtig gut gehen und „spielten“ Urlaub. Herrlich! „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“ sagten wir uns mehrfach an diesem Tag. Irgendwann mussten wir aber doch wieder in den Alltag zurück und die so letzte Etappe zum Parkplatz unter die Füße nehmen.

 

Danke Max für die tolle Organisation! Danke den Mitwanderern für das gute und frohe Beisammensein! Denen, die nicht dabei sein konnten, eine gute Besserung! Und den andern Chormitgliedern der Hinweis: im nächsten Jahr wandern wir wieder. Kommt mit, denn sonst beraubt ihr euch vieler schöner Erlebnisse!

 

Und für diejenigen, die dem Chor noch nicht angehören: sie sind herzlich willkommen; wenn sie männlich sind, besonders herzlich! Stabiles Schuhwerk ist keine unbedingte Voraussetzung, denn bei der nächsten Wanderung wird sich mit Sicherheit Panzer-Tape in den Rucksäcken befinden.

 Langenfeld, den 9.7.2013                                                                                  Marlies Adams

 

Benefizkonzert im Dom zu Halberstadt

In der Zeit vom 9.5. bis 12.5.2013 unternahm der Kirchenchor an St. Josef eine Chorreise in den Ostharz.

Einer der Höhepunkte der Reise war das Benefizkonzert zu Gunsten des Wiederaufbaus der berühmten David-Beck-Orgel in der Halberstädter Martinikirche. Siehe auch http://www.praetorius-beckorgel.de/aktuelles.php

Das Konzert fand im Dom zu Halberstadt statt. Mitwirkende waren neben dem Chor  Jürgen Löscher, Klarinette und Saxophon, Gregor Badura, Keyboard und Matthias Krella, Orgel und Gesamtleitung. Der Chor und die Instrumentalisten boten ein umfangreiches Programm von Gesängen aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen dar. Das Konzert fand bei den Zuhörern großen Anklang. Ferner sang der Chor auf seiner Reise im Kaiserdom zu Königslutter und in der Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Am 12.05. gestaltete er die Sonntagsmesse in der Klosterkirche zu Huysburg. Beeindruckt waren die Reiseteilnehmer von der Führung durch das Orgelprojekt „As slow as possible“ der John Cage-Stiftung im Burchardikloster in der Orgelstadt Halberstadt. Die Reise bot auch Gelegenheit zur Teilnahme an den Gebetszeiten der Benediktiner im Kloster Huysburg, in dessen Gästehaus der Chor untergebracht war, zu  Wanderungen, zu den Ritterfestspielen auf Burg Falkenstein und zum geselligen Beisammensein.

Die Chorgemeinschaft freut sich über jedes neue Mitglied, das sie bei der Chorarbeit in Langenfeld und auf solchen Konzertreisen unterstützen möchte.

Langefeld, den 14.05.2013

 

„Schlüsselerlebnis“ 

Mittwochabend, 24.4.2013. Diese Stunden werden dem Autoschlüssel einer bekannten Automarke unvergesslich bleiben. Er durfte als zündender Impulsgeber des Leihwagens von Kantor Matthias Krella an der Chorprobe des Kirchenchores an St. Josef teilnehmen.

  • Chorleiter sucht Autoschlssel

Herr Krella legte ihn neben einem Packen Noten vor sich auf den Flügel. Von dort aus beobachtete der kleine Schlüssel erstaunt, wie die Männer und Frauen statt zu singen alle möglichen Verrenkungen machten, dabei lachten, gähnten und wippten. Etwas später wurden dann  doch Töne erzeugt und seltsame Texte gesungen: „Aeiou!!!“Komisch, in seinem Autoradio klang Musik irgendwie anders. Plötzlich setzen sich die Menschen aber auf ihre Stühle, kramten in ihren schwarzen Mappen und holten seltsame, wie mit Fliegenschiss besprenkelte Papiere heraus. Auch Herr Krella legte ein solches Blatt vor sich auf den Flügel. Und dann ging ein Vibrieren durch den Körper des Schlüssels. Unter ihm hämmerte irgendetwas auf Metallsaiten, und die Männer und Frauen sangen in 4 Stimmen durcheinander. „Wou,“ dachte der Schlüssel, „das ist ja fast so schön wie im Autoradio die Musik auf Kanal WDR 3!“ Doch was war das? Während die Männer und Frauen erneut in ihren Mappen kramten, wechselte Herr Krella am Flügel den Sender. War das jetzt 1 Live? Auf jeden Fall irgendwelche Jazzryhtmen.  Dem Schlüssel wurde ganz heiß in seinem Plastik-Metall-Körper, und er begann auf dem Flügel zu tanzen, zunächst nur ein wenig und hinter dem Notenstapel versteckt. Aber dann rissen ihn die heißen Rhythmen und die heftigen Vibrationen mit. Er tanzte wie jeck, verlor den Halt, rutschte auf dem glatten Flügeldeckel aus  - und versank im Bauch des Flügels! „Oh verdammt,“ dachte der kleine Schlüssel, als er sich von dem ersten Schreck erholt hatte, „ bin ich nun kein Autoschlüssel mehr sondern vielleicht ein Violinschlüssel?!“ Aber nun ging's los. Der Autoviolinschlüssel hörte keine Musik mehr sondern nur noch aufgeregte Stimmen. Man leuchte ihn mit einer grellen LED -Taschenlampe an. Dann grabschte man mit dem Haken eines Kleiderbügels nach ihm. Er verkroch sich unter die rettende ganz tiefe Saite. Aber die Menschen gaben nicht auf. Irgend jemand holte aus der Küche Messer, Gabel und einen Riesenlöffel. Wie eine Kanibalin fuhrwerkte Frau Jakobs im Gedärm des Flügels herum und versuchte den Schlüssel mit der Gabel aufzuspießen. Was war denn das?  Nun zog ihn ein Magnet magisch an. „Nicht mit mir!“ bibberte der verängstigte Schlüssel, der inzwischen auf die Musik pfiff und hielt dem Magneten seinen Plastikanzug entgegen. „Es hilft nichts“, vernahm er die Stimme von Herrn Krella, „wir müssen die Mechanik entfernen!“ Nun diente das Messer als Schraubendreherersatz. Die Männer schraubten mit ihm einige Schrauben oberhalb der schwarzen und weißen Tasten los. Mit einem Ruck riss Herr Krella an der Klaviatur – und zitternd barg sich der Autoviolinschlüssel in einer zarten Frauenhand, die ihn ergriffen hatte. „Rumms! Bumms! Plong! Pling!“ hörte der Schlüssel  - und dann wieder die jazzigen Rhythmen, mit denen Herr Krella nun probierte, ob alle Hämmerchen im Flügelbauch auch wieder die richtigen Saiten bearbeiteten. Nein, tanzen wollte der erlöste Schlüssel jetzt nicht mehr. Er sehnte sich nur noch nach seinem Autoschloss und der ungefährlichen Musik aus dem Autoradio.

Übrigens: der Chor freut sich nach wie vor über neue engagierte Mitglieder, insbesondere Herren. Besonders freudig werden nach diesem Erlebnis Klavierbauer, Chirurgen, Mechaniker etc. aufgenommen. Gerne dürfen sie ihr Werkzeug mit zur Probe bringen. Also: machen Sie's dem Autoschlüssel nach und besuchen Sie einmal eine Chorprobe! Vielleicht wird sie ja auch für Sie zum „Schlüsselerlebnis“!

Marlies Adams

 

Frauenpower - Kirchenchor an St. Josef ehrt 2 Sängerinnen für insgesamt 75 Jahre Mitgliedschaft

Traditionell ist der Ostermontag der Feiertag des Kirchenchores an St. Josef.

Nach der Festmesse um 11.15 Uhr treffen sich die Sängerinnen und Sänger zusammen mit deren Familien und Freunden und Förderern des Chores zum Osterbrunch im festlich frühlingshaft geschmückten Pfarrsaal der Gemeinde. Dies ist der Rahmen, in dem Chorpräses Pfarrer Dr. Rentrop, ein Vertreter der Stadt Langenfeld sowie die Chorvorsitzende Hanni Jakobs die Ehrung langjähriger Mitglieder vornehmen. In diesem Jahr wird Frau Katharina Niemeyer für ihr 25- jähriges Engagement im Chorgesang geehrt. Bevor sie 1992 zusammen mit ihrem Ehemann dem Kirchenchor an St. Josef beitrat, hatte sie einige Jahre Chorerfahrung in einem Cäcilienchor in Leverkusen-Küppersteg gesammelt. Beweggründe für ihr Engagement sind die Möglichkeit, Gebet und Gotteslob durch Gesang in einer lebendigen Chorgemeinschaft zum Ausdruck zu bringen, was ihr große Freude bereitet. Die zweite Jubilarin ist Frau Hanni Jakobs, die für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wird. Frau Jakobs folgte der Familientradition, als sie 1963 dem Chor beitrat. Von Kindesbeinen an war sie über ihre Eltern mit dem Chor vertraut und verbunden. 1993 wählte sie die Chorgemeinschaft zur Vorsitzenden. Dieses Amt übt sie im Vorstandsteam mit großem Einsatz zum Wohl „ihres“ Chores aus. Die Jubilarinnen lassen es sich nicht nehmen, in der Festmesse am 1.4.2013 um 11.15 Uhr mitzusingen. Als Hauptwerk wird die „Missa polyphonica“ von Laszlo Halmos (1909 – 1997), einem der wichtigsten Kirchenmusiker Ungarns, zu hören sein. Darüber hinaus erklingen „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ von Henry Ley (1887 – 1962) und „Jauchzet auf ihr Gläubigen“ von Robert Thatcher (1888 – 1957). Den Orgelpart übernimmt Herr Gregor Badura. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Kantor Matthias Krella. Bereits 2 Tage zuvor gestaltet der Chor um 22.00 Uhr die Osternachtfeier in der St. Josef-Kirche mit österlichen Gesängen.

 Chor stellt Weichen für die Zukunft 

Jahreshauptversammlung des Kirchenchores an St. Josef 

Am 25.1.2013 trafen sich die Mitglieder des Kirchenchores an St. Josef zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung die mit dem traditionell gemeinsamen Abendessen eingeleitet wurde. Anschließend verlasen die Kassiererin und die Schriftführerin ihre Berichte und ließen so das Jahr 2012 noch einmal Revue passieren. Kantor und Chorleiter Matthias Krella dankte den Damen und Herren für das große Engagement bei der Probenarbeit und der Durchführung der musikalischen Projekte. In seiner Rede lenkte Präses Pfarrer Dr. Jürgen Rentrop den Blick auf die veränderten gesellschaftlichen Strukturen, in denen sich kirchliches Leben heute abspielt und die damit verbundenen Herausforderungen und Schwierigkeiten. Er dankte dem Chor, der als konstante, in sich gefestigte Vereinigung die daraus resultierenden Veränderungen nicht nur mittrage, sondern unterstütze und fördere.

In die Vorstandsposten wurden Frau Gertrud Pruß als 2. Vorsitzende, Frau Petra Rieger als 2. Schriftführerin und Medienbeauftragte sowie die Herren Gerhard Krebs als 2. Kassierer und Michael Kalsbach als 2. Notenwart gewählt. Frau Verena Hoyer bekleidet für das nächste Jahr das Amt der 1. Notenwartin.

Im zurückliegenden Jahr hatte sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit den Themen  „ Zukunftsgestaltung und Mitgliedergewinnung“ befasst. Es konnten 4 neue Mitglieder, davon 3 Herren, als neue Sänger gewonnen werden. Frau Gabi Wirges stellte den Versammlungsteilnehmern die Ergebnisse und Vorstellungen der Arbeitsgruppe vor und stellte diese zur Diskussion. Durch Fragebogen werden die Mitglieder in den Prozess der „Zukunftsgestaltung“ des Chores einbezogen und können so Weichen für die zukünftige Chorarbeit stellen.

Ein herausragendes Projekt wird im Frühjahr die Chorreise sein. Hierbei wird der Chor im Dom zu Halberstadt ein Benefizkonzert zu Gunsten der Restaurierung der historischen Beckorgel in St. Martini, Halberstadt aufführen und im Kloster Hysburg einen Gottesdienst musikalisch gestalten. Die Vorbereitungen hierfür haben bereits begonnen. Ferner studieren die Sängerinnen und Sänger  in diesem Jahr Mozarts C-Moll-Messe ein, die in einem gemeinsamen Projekt mit dem Chor der Erlöserkirche im Jahr 2014 in Langenfeld aufgeführt werden wird.

 

Stellen Sie sich vor, es ist Weihnachten, und kein Chor singt!

Unvorstellbar? Und doch: jede Chorgruppe in unserer Pfarre St. Josef und Martin kann diesen liturgischen Dienst nur so lange leisten, wie sie über eine ausreichende Zahl von Sängern/Sängerinnen verfügt, die sich hierfür zur Verfügung stellen.

 Wir Sängerinnen und Sänger vom Kirchenchor an St. Josef haben darum im 1. Halbjahr 2012 offensiv um Mitglieder geworben. Nun freuen wir uns Ihnen mitteilen zu können, dass 3 Herren(!!) und 1 Dame den Weg zu uns gefunden haben, die engagiert und sangesfreudig  unsere Chorgemeinschaft bereichern und denen wir dafür auf diesem Weg öffentlich herzlich danken. Bei aller Freude und allem Dank: trotzdem sind in unserm Chor und in den Chören der anderen Kirchorte nach wie vor „Plätze frei, vor allem in den Männerstimmen“. Jetzt nach den Ferien ist ein guter Zeitpunkt zum Einstieg ins Chorsängerleben, denn nun beginnen allenthalben die Proben für das Pensum des Winterhalbjahres. Wenn Sie sich entscheiden mitzutun, wird es in unserer Pfarre  an den Kirchorten auch in Zukunft heißen: Es ist Weihnachten, und selbstverständlich singt der Chor!

Marlies Adams, Kirchenchor an St. Josef